The CBd
Michel, BM on CBd-687
S. Michel, Die Magischen Gemmen im Britischen Museum, 2001, 192, no. 301.

Moosachat, poliert. Queroval, Vs. leicht konvex, Rs. flach, Rand nach hinten abgeschrägt, Kante nach vorn. Abspliß auf der Rs. und Rand links unten. Ringstein.

2,0 x 2,9 x 0,6
2./3. Jh.n.Chr.
Von G. Eastwood, Εsq. (1864), vorher Sammlung Praun und Mertens, vom französischen Konsul Rousseau im Osten gekauft.
Brit. Mus. Inv. G 117, ΕA 56117.

Vs.: Im Zentrum des Bildes eine weibliche Figur auf einer Grundlinie stehend, Kopf im Profil nach links. Sie trägt einen knöchellangen Peplos mit Kolpos und hat beide Arme angewinkelt erhoben, um je ein ihr zugewandtes berittenes Pferd am Zügel zu fassen. Das Profil der Frau ist grob angedeutet, das Haar von einem Haarband umgeben und im Nacken geknotet. Die beiden ungesattelten Pferde links und rechts der Figur haben je einen Vorderlauf angewinkelt erhoben. Die Reiter sind mit Lederpanzer sowie phrygischen Mützen bekleidet, hinter ihnen flattern Gewandzipfel, attributiv halten sie je eine Doppelaxt. Mit ihren Pferden stehen sie jeweils auf einer nur grob angegebenen, am Boden liegenden menschlichen Figur. Hinter jedem der berittenen Pferde eine kleine Figur in adorierender Haltung, dahinter wiederum - dem Rund des Steines folgend - je eine gestreckte Schlange mit glattem Kopf und leicht geöffnetem Maul. Vor den Pferdeköpfen im freien Feld je ein achtstrahliger Stern. Darüber in der Mitte ein sich umwendender hockender Adler sowie eine Heliosbüste mit Strahlenkrone links und eine Selenebüste mit Mondsichel rechts. Im unteren Bildssegment, dem Halbrund des Steines angepaßt, zum Opferritus gehörende Gegenstände und Tiere bzw. Opfertiere: von links nach rechts ein Fisch, ein Kelchkrater, ein Tisch mit drei Broten darauf, ein weiteres Gefäß, ein hockender Vogel, ein Widderkopf sowie ein undefinierbarer Gegenstand.

Rs.: Inschrift in einer Reihe:
TAΥΑΓΕ

Ein ebenfalls miniaturhafter Stil, Rundungen mit dem kleinsten Rundperl und feinste Linien sind meisterhaft wechselnd gezeigt. Die unruhige Maserung des Steines geht zu Lasten der Klarheit des Bildes, diente jedoch vielleicht der Mystifizierung der Szenerie, die nur bei Fixierung des Lichtreflexes erkennbar wird.

Publ.: KING, GEMS AND RINGS 47 Taf. 9, 5; KING, ANTIQUE GEMS 359 (Abb.); KING, GNOSTCS (1864) 108 Abb. 16; D. TUDOR Corpus Monumentorum Religionis, Equitum Danuvinorum I(1969)108 Taf. 87, 191.

Lit.: Zu Motiv und Thema: 300 /CBd-686/(Lit.).

Vgl.: Zum Motiv: 300 /CBd-686/(Vgl.), 302 /CBd-688/.

 

Last modified: 2015-10-10 10:50:47
Link: classics.mfab.hu/talismans/pandecta/432